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Liebenrode

Schon von weitem ist die St.-Petri-Kirche zu sehen, die an der höchsten Stelle des Ortes errichtet wurde und einer kleinen Festung gleicht, sowie mit seinem „Hahnenhaus“ über dem Torbogen, etwas Besonderes darstellt.

 

Liebenrode liegt in einer Tallage im Bereich der Helme-Niederung, südlich des Unterharzes und nördlich des Höhenzuges der Windleite, Hainleite und der Bleicheröder Berge. Das Dorf befindet sich im Nordwesten des Landkreises Nordhausen im ehemaligen Grenzgebiet. Somit verlief die innerörtliche Entwicklung über einen langen Zeitraum ohne bemerkenswerte äußere Einflüsse.

 

Liebenrode_Bild1 Maik Muth

Liebenrode vom Kirchturm aus

Liebenrode_Blick auf Steinsee

Liebenrode_Steinsee vom Kummerberg

 

Der Ort Liebenrode besteht aus dem Hauptort sowie dem Ortsteil Steinsee, der sich als eigenständige Siedlung ca. 2 km südöstlich von Liebenrode befindet. Steinsee – ein Synonym herrlicher Ruhe! Vom Kummerberg (höchste Erhebung in Steinsee) hat man einen herrlichen Rundblick bis zum Kyffhäuser und zum Ohmgebirge. Bereits 1944 wurde der kleine Ort Steinsee zu Liebenrode eingemeindet. In Steinsee befindet sich ein Gut, dessen alter und neuer Besitzer die Familie Linsenhoff ist. Liselotte Linsenhoff war eine bekannte Dressurreiterin. Das Gut wurde wiederhergerichtet und dient den Linsenhoffs als Sommer- und Feriendomizil.

 

Zwischen Liebenrode und Steinsee befinden sich eine Vielzahl von Erdfallseen, die beliebtes Ziel von Spaziergängen sind und von Anglern gern genutzt werden. Die Hundegrube (Karstlandschaft) zwischen Branderode, Liebenrode und Klettenberg ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Als Naturdenkmale sind in Liebenrode sieben Linden ausgewiesen. Die älteste Linde ist ca. 300 Jahre alt.

 

Das Vereinsleben im Ort wird durch den Schützenverein, den Sportverein, den Kleintierverein, den Frauenkirchenchor und den Anglerverein geprägt. Der Geschichtsverein beschäftigt sich seit einiger Zeit mit Historischem aus unserem Ort und so wurde z.B. auf die Fundstelle eines Mammutstoßzahnes aufmerksam gemacht. Liebenrode hat außerdem eine sehr aktive Freiwillige Feuerwehr, die Teil der Stützpunktfeuerwehr Nord ist.

 

Liebenrode 1

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Liebenrode 4​​​​​​

 

Ein Jugendclub befindet sich ebenfalls im Ort und wird gern genutzt, ebenso wie der Spielplatz. Es gibt außerdem einige Gewerbetreibende und kleine Betriebe. Dazu zählen die Gaststätte Köhler, der Friseursalon Schatta, der Elektromeister Köhler, die Physiotherapie Krone, das Architekturbüro Scheid, der Hausmeisterservice Schultze, die Zimmerei Riechel, der Gebäudeservice Rehberg, die Eventagentur Beherzig (Steinsee) und die Cooperranch Böttcher (Steinsee).

 

Im Ort gibt es verschiedene Events wie z.B. das Kinderfest, das Sportfest oder das Schützenfest. Ein besonderer Höhepunkt ist der alljährliche Weihnachtsmarkt um die Kirche, der am 1. Adventssamstag stattfindet. Ausgerichtet von der Kirchengemeinde unter Mithilfe aller Vereine und vieler Liebenröder Bürger hat dieser Weihnachtsmarkt ein vorweihnachtliches Flair und wird gern besucht.

 

Liebenrode_Weihnachtsmarkt

Liebenrode_verschneites Steinsee

Liebenrode im Winter

 

Ein weiteres Highlight war der Wandermarathon am 25.06.2017 anlässlich des Lutherjahres.

 

Geschichte

Im Jahre 1178 erscheint auf einer Urkunde des Kloster Walkenrieds die älteste Namensform als Lievenroth. Die allmähliche Entwicklung des Dorfes lässt sich an der baulichen Gliederung genau erkennen. Vier Dorfteile sind heute noch deutlich zu unterscheiden: das östliche Oberdorf (mit dem Mitteldorf), der Plan, der Winkel mit der späteren Kolonie und das Unterdorf (Hinter den Höfen).

 

Liebenrode(2)

 

Die Petri-Kirche in Liebenrode ist noch heute eine Art kleine Festung, die an der höchsten Stelle des Ortes errichtet wurde. Die Liebenröder Kirche ist denkmalgeschützt. Hier gibt es eine Gedenktafel, die an das Wirken des Gelehrten Johannes Mylius erinnert, der 1535 in Liebenrode geboren wurde und ein bedeutender Dichter der humanistischen Renaissance seiner Zeit war.

 

Sein Wirkungskreis reichte bis nach Litauen, wo er am Fürstenhof unterrichtete. Auch heutzutage wird sich noch mit seiner Literatur beschäftigt. Neben der Kirche befand sich ein großes Rittergut der Grafen von Klettenberg und späteren Grafen von Hohenstein. Teile der baulichen Anlagen des Gutes sind noch heute vorhanden und in privatem Besitz.

 

Die Ortsentwicklung begann wahrscheinlich mit einer Siedlung um die Liebenröder Kirche im 10. Jahrhundert und setzte sich in südlicher Richtung fort. Liebenrode ist ein Haufendorf und weitgehend in dieser Siedlungsform erhalten geblieben. Die östliche Grenze des Ortsteils bildet die L2062 (Abzweig B243 Richtung Obersachswerfen), in den anderen Richtungen wird die Bebauung von einem Rundweg umschlossen. In früheren Zeiten durch Hohlwege mit Schwarzdorn geschützt.

 

Ausgelagert aus dieser Struktur befinden sich im Süden nur landwirtschaftliche Gebäude und Stallanlagen. Eine Zersiedelung der Ortslage ist bisher nicht aufgetreten.

 

In Liebenrode hat die Landwirtschaft die tragende Aufgabe für die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen im Ort. Sie prägt den ländlichen Charakter des Ortes, bestimmt die Infrastruktur im Dorf und gibt Impulse für die Ansiedlung von Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe. Die landwirtschaftliche Produktion ist somit strukturbestimmend im Ort, Industrieansiedlungen können in Liebenrode ausgeschlossen werden.

Kontakt

Bürgermeisterin Gisela Roßmeier